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Berichte über Demos, Aktionen und Veranstaltungen des A.M.S.E.L.

Besuch der Großdemonstration gegen Sozialkahlschlag vom DGB in München

Am Samstag den 21. Oktober fandet in München eine Großdemonstration gegen Sozialkahlschlag statt. Der DGB hatte ein pompöses Event inszeniert, was vornehmlich als Ventil für die immer größere Unzufriedenheit dienen soll,denn als wirklicher Protest. Wir reihten uns in die Demo ein, und verteilten ein eigenes Flugblatt und hielten ein Transparent hoch. Es gab viele echte Gespräche mit Interessierten, die allermeisten aber schienen wenig interessiert. Was aber nicht an Unseren Positionen lag, sondern an einer Gleichgültigkeit allgemein zu bestimmten Fragen. Hauptsache die Demoroute brav ablaufen und wieder zurück in den Bus. Am Marienplatz zog der DGB alle Aufmerksamkeit, mit einem popösen Bühnenaufbau und großtönigen Reden auf Videoleinwänden, auf sich. Dort erwarteten Uns ein paar langweilige Reden von DGB-Bossen, auch die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) kam zu Wort. Viel neues erfuhren Wir aber nicht. Und dann lies der DGB seine Mitglieder sang und klanglos wieder aus der Stadt bringen, ohne wirklich mitgliederaktiven Protest erzeugt zu haben.
Von 14-16Uhr fand dann am Wittelsbacherplatz 2 eine Kundgebung mit dem Motto „Gegen Ausbeutung und Sozialkahlschlag: Siemens sozialisieren!„ statt, die allerdings nur klärlich besucht war, und mit einem großen Polizeiaufgebot dann noch gekeselt und komplett personell katalogisiert wurde.





Unser Flugblatt:

Die ArbeiterInnenklasse meldet sich wieder zurück!

Wer heute den Begriff „Klasse“ in den Mund nimmt, setzt sich dem Verdacht aus, er/sie sei nicht mehr auf dem Laufenden. Das war schon mal so ähnlich. Nach dem zweiten Weltkrieg fuhren Kapital und Staat eine Doppelstrategie: auf der einen Seite die revolutionäre Drohung die Klasse in Lohndynamik und Sozialstaat einzubinden, und auf der „ideologischen“ Ebene das Ende der Klassengesellschaft zu verkünden. Für die (studentische) Linke in der BRD war es in den 1960er Jahren schon eine harte theoretische Nuss, ob jemand mit einem Kühlschrank noch ArbeiterInnen sein kann, oder ob mensch sie/ihn schon zur „Mittelschicht“ zählen müsse. Dann explodierte in Frankreich der Mai 1968 in der BRD gab es immerhin den Heißen Herbst 1969, den Chemiearbeiterstreik 1971 und die vielen Streiks 1973/74: Die ArbeiterInnenklasse hatte sich zurückgemeldet, war nun in aller Munde. Gegen diese Kämpfe fuhr das Kapital die Schiene der Dezentralisierung, Auslagerung (auch in den Trikont) und Umstrukturierung des Arbeitsprozesses. Ideologisch wird das wieder begleitet vom „Ende der Klassengesellschaft“. Auch diesmal ist die akademische Linke wieder dabei „Abschied vom Proletariat“ zu nehmen. Große Teile der Linken schließen sich an, indem sie die Klasse mit dem alten marxistisch-leninistischen Begriff der Klasse (FabrikarbeiterIn) gleichsetzen. Nach Zusammenbruch des Ostblocks und des realexistierenden Staatskapitalismus scheint der Kapitalismus endgültig gesiegt zu haben. Heute spricht fast niemand mehr von Klasse. Wieder erscheint der Begriff der Klassengesellschaft nicht mehr Aktuell. Doch die ArbeiterInnenklasse meldet sich schon wieder zurück. Auch in den letzten Jahren rollen wieder Streikwellen. Der längste Streik in der Geschichte der Bundesrepublik liegt deswegen auch nicht weit zurück sondern fand im Jahr 2005 bei GATE-GOURMET statt.

Wir wollen uns nicht mehr verstecken, deswegen organisieren wir uns ohne Bosse, Staat, Politiker und Funktionäre. Wir AnarchosyndikalistInnen glauben, dass sich nur was verändern lässt, wenn jedeR seine Sachen selbst in die Hand nimmt. Deswegen sagen wir nein zu Politik und autoritärer Bevormundung. Der Anarchosyndikalismus hat eine lange Geschichte, abseits von Kapitalismus, Rechts- und Linksradikalismus. Wir setzten auf Solidarität und direkte Aktionen. Erwerbslose und Lohnabhängige stehen bei uns Seite an Seite und organisieren sich selbstbestimmt für Ihre Belange und Rechte. Lange genug sind wir beleidigt, schikaniert und enteignet worden , wir finden es reicht! Wenn Ihr auch der Meinung seid dann informiert euch direkt über die Freie ArbeiterInnen Union / FAU bei dem Allgemeinen Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhängiger:



FAU - A.M.S.E.L. - IAA
Freie ArbeiterInnen Union
(A.M.S.E.L.)
Allgemeines Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhäniger
Internationale ArbeiterInnen Assoziation
www.fau.org
www.fau-amsel.info.ms
www.iwa-ait.org




Rückseite:

Das A.M.S.E.L. ist eine anarchosyndikalistische Gewerkschaftsgruppe

Wir gehen arbeiten, haben Kinderbetreuungspflichten, machen eine Ausbildung, sind arbeitslos, genauso wie Du, werte Leserin, werter Leser auch. Wir wollen andere ArbeiterInnen über erfolgreiche Kämpfe, Ideen und Möglichkeiten informieren. Wir sind gegen den Kapitalismus und propagieren das auch: Die öffentliche Diskussion über Direkte Aktion (=> selberwehren ohne Bürokraten), Selbstorganisierung und Klassenkampf wollen wir fördern. Wir wollen eine radikale Basisgewerkschaft aufbauen, die nicht nur bellt sondern beißt! Das A.M.S.E.L. Ist ein Ort der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes für ein besseres Leben!

Was ist das Allgemeine Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhängiger (A.M.S.E.L.)

Das A.M.S.E.L. Ist eine Gewerkschaftsgruppe für ALLE Berufe, daß heißt es ist unser Ziel, möglichst viele Mitglieder aus unterschiedlichsten Berufszweigen und Beschäftigungsverhältnissen zu gewinnen. Hier wollen wir Ideen diskutieren, Probleme besprechen, Lösungen suchen und uns in Zukunft in Betriebsgruppen mit Branchenföderation organisieren. Eine Bundesweite Vernetzung der FAU gibt es bereits. Das A.M.S.E.L. richtet sich auch an all jene, die aktuell in keinem konkreten Arbeitsverhältnis stehen und entweder von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld leben und damit auf das Wohlwollen von staatlichen Einrichtungen oder Versicherungen angewiesen sind, so nicht gemeinsam Mittel und Wege gefunden werden sich zu wehren. Unser derzeitiger Schwerpunkt liegt bei Öffentlichkeitsarbeit, sprich: die Propagierung unser Ideen, die Kritik am bestehenden System, die öffentliche Diskussion über Direkte Aktion, Selbstorganisierung und Klassenkampf von unten zu fördern. Andererseits beinhaltet der Name dieser Gruppe auch den Anspruch, eben ein Syndikat zu sein. Eine Gewerkschaft also für all jene, die in der DGB Zentralgewerkschaft keinen Platz finden.



Revolution wird es nur geben wenn die Mehrheit sie will.

Revolution wird es nur geben,
wenn die Arbeiterinnenklasse dagegen kämpft
arbeitende Klasse zu sein.

Der Kampf für ein besseres Leben beginnt in der Fabrik, im Kaufhaus, im Krankenhaus, auf der Baustelle, in der Ki-Ta.

Kämpfen Wir! Das ist das beste Leben, was heute für Uns drin ist.



Unser Flugblatt zur Demo gibt es hier als PDF-Download.