Erklärung der FAU, IAA, WSA und CNT
zum 11. September 2001 - Vor dem Anschlag ist nach dem Anschlag
FAU -IAA LOKALFÖDERATION BONN
Gegen Militarismus und Kriegshetze
Der rechte Terror der islamischen Fundamentalisten dient der NATO nach den (noch ungeklärten) Attentaten auf die USA dazu den "Bündnisfall" auszurufen. Die Folgen sind offensichtlich: Polizei, Geheimdienste und Militär machen Jagd auf ihre Feinde oder wen sie als solche bezeichnen.
Nach dem Bombenterror gegen Jugoslawien, der gegen die Menschenrechts-und Kriegskonventionen verstieß, ist die "westliche Wertegemeinschaft" im Begriff durch einen gemeinsamen Krieg gegen islamische Terrorgruppen die Rolle der "Weltpolizei" zu erobern.
Sei es der nationalrevolutionäre Staat Libyen, seien es die antisemitischen Regime in Syrien oder Afghanistan -die Christen des westlichen Militärbündnisses NATO und ihre Verbündeten im Nahen Osten legen nach den Anschlägen gegen das World Trade Centre und das Pentagon nicht die Waffen nieder, sondern rüsten weiter zum religiös-fanatischen Kampf des "Guten gegen das Böse" (Bush Jr.) - und zum raketengestützten "Krieg der Sterne" im Orbit unseres Planeten.
Ohne Rücksicht auf eine mögliche Eskalation des Nahost-Konfliktes will die US-Regierung Rache üben für den menschenverachtenden Terror, der erstmalig nun auch dasjenige Land erreicht hat, dessen Militärpolitik ebenso menschenverachtend Millionen Leben vernichtete: Vietnam, Irak, Jugoslawien waren nur einige der Schlachtfelder auf denen US-amerikanische Soldaten oder "Militärberater" die Genfer Konventionen und die allgemeinen Menschenrechte mit Stiefeln zertreten und unter Bombenteppichen begraben haben.
Zahlreiche religiös-fanatische Gruppen, wie die afghanischen Taliban (einst Hilfstruppen der USA im Kampf gegen die UdSSR) und ihr derzeitiger Schützling Osama Bin Laden, ganz zu Schweigen von Saddam Hussein oder der Hamas, haben sich dem bewaffneten Konflikt gegen die USA verschrieben. Diese Antisemiten bekämpfen nicht nur das Judentum, sondern auch diejenigen politischen Kräfte, die im Nahost-Konflikt an der Seite Israels stehen.
Solidarität mit den PazifistInnen aller Länder, die verweigern, desertieren, sabotieren!
FAU -IAA LOKALFÖDERATION BONN
Erklärung der Lokalföderation Bonn der FAU-IAA
Die Ereignisse in den USA vom 11.9.2001 erfüllen uns mit Trauer und Mitgefühl mit den Opfern. Den Tod zehntausender unschuldiger Menschen willentlich und bewusst herbeizuführen, ist durch nichts zu rechtfertigen. Keinerlei politische Ziele legitimieren ein solches Vorgehen, das umso menschenverachtender ist, als hier die Opfer selbst zu Waffen gegen andere Menschen gemacht wurden.
Als anarchosyndikalistische Gewerkschaft verfolgen wir das Ziel einer freien Gesellschaft, die auf der freien Vereinbarung gleichberechtigter Menschen beruht, die ohne Staat, ohne Ausbeutung und ohne Militär ein friedliches Zusammenleben in gemeinschaftlicher Verantwortung suchen. Wie weit wir von diesem Ziel entfernt sind, zeigt nicht erst der 11.9.2001.
Der Schrecken der jüngsten Gewaltakte darf aber nicht vergessen machen, wo die wahren Ursachen der Tat zu suchen sind. Ein fataler Irrtum wäre es, davon auszugehen, es reiche aus, einige wenige Gruppen handlungsunfähig zu machen, um solche Anschläge in Zukunft vermeiden zu können. Ebenso fatal wäre es, pauschal "den Islam" zur Ursache fanatisierter Terrorakte wie diesem zu deklarieren. Nicht im Islam, nicht bei einzelnen fanatischen Selbstmordkommandos, nicht bei einigen wenigen Wahnsinnigen sind die Wurzeln von Gewaltakten wie denen vom 11.9.2001 zu finden.
Diese liegen vielmehr in einer Weltordnung, deren Machtgefüge von Gewaltverhältnissen aufrechterhalten wird. Ein Leben und Wirtschaften, das allein auf dem Prinzip der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht, zieht unweigerlich Nationalismus, Rassismus, religiösen und politischen Fanatismus zur Legitimierung seiner selbst nach sich. Wo das Gegeneinander höher bewertet wird als das Miteinander, wo der Stärkere stets gegenüber dem Schwachen gewinnt und Skrupellosigkeit den sichersten Weg zum Erfolg darstellt, finden Ideologien der Ausgrenzung, der Konkurrenz und gottgegebener / rassischer / geschlechtsspezifischer Ungleichheit fruchtbaren Boden.
Terrorakte sind jedoch kein Akt des Widerstands gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Sie sind Teil des Systems, innerhalb dessen man für sich gerne ein größeres Stück vom Kuchen "Herrschaft" erobern möchten. Nicht politische Überzeugungskraft, sondern Angst und Schrecken sollen hierbei den Weg bereiten.
Damit haben sie nichts, aber auch gar nichts, mit gewalttätigen Streiks, verzweifelten Aktionen hungernder Kleinbauern und Aufständen gegen Unterdrücker gemeinsam, die als Akte der Gegenwehr nichts weiter versuchen, als das eigene (Über)Leben zu sichern.
Unsere Solidarität gilt diesen Menschen sowie vor allem den Pazifisten aller Länder, die verweigern, flüchten, sabotieren und desertieren. Der Anarchismus und Anarchosyndikalismus -häufig fälschlich mit Terror und Gewalt um ihrer selbst willen gleichgesetzt -hat sich seit seiner Entstehung als sozialrevolutionäre Philosophie stets auf eine humanistische Ethik, auf die Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen berufen und tut dies noch. Auch wenn es noch ein weiter Weg bis dorthin ist -jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt!
FAU -IAA LOKALFÖDERATION BERLIN
Seid Ihr sicher?
Keiner, der ein Radio oder einen Fernseher besitzt, blieb von den Geschehnissen am 11. September unberührt. Nicht einmal die Fußball-WM war jemals in der Lage, die Gesellschaft so vereint an die Mattscheibe zu fesseln. Alle wollten live dabei sein. Die immer gleichen Bilder des schrecklichen Attentats lösten einen kollektiven Schockzustand aus. Auf die alle drängenden Fragen: Wer war es? und Warum? gab es eine schnelle Antwort: der islamische Extremist Osama Bin Laden hat der "freien Welt" den Krieg erklärt. Und da ein Feind so schnell gefunden wurde, wussten wir auch schon, wer die Guten waren. Wir, die wir plötzlich alle Amerikaner waren.
"Es geht um den Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei -oder, konkreter gesagt, um den Kampf zwischen der ersten und der dritten Welt", vertraute Karsten Voigt, der Koordinator der deutsch-amerikanischen Beziehungen, kurz nach den Ereignissen den Fernsehkameras an. Wenige Tage später setzte George W. Bush noch einen drauf und rief zu einem neuen Kreuzzug auf. Die vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz geforderte "Nationale Allianz der Entschlossenheit" zeigte schnelle Wirkung. Nachdem es bereits in den Vereinigten Staaten zu gewalttätigen Übergriffen bis hin zum Mord gegen mutmaßliche Muslime kam, wurden diese auch in der Bundesrepublik mit rassistischen Drohungen konfrontiert. Wenn von Nation, gut und böse oder schwarz und weiß geredet wird, muss man nicht erst seit den "humanitären" Bombardements auf Belgrad vorsichtig sein. Was steckt dahinter? Warum sind wir jetzt alle Amerikaner? Und wer sind diese "Barbaren"?
Die "zivilisierte Welt" führt eine Außenpolitik, deren starkes Interesse im gesicherten Zugang zu den Ölressourcen liegt. Dies führte dazu, dass korrupte und hörige Regime im Nahen und Mittleren Osten etabliert wurden. In dem repressiven Klima in mehreren dieser Staaten entstanden verschiedene Gegenbewegungen, von denen die islamistisch-fundamentalisch geprägte jetzt im Vordergrund steht. Falls tatsächlich Bin Laden der Drahtzieher sein sollte, spielte diese Außenpolitik auch hierbei eine nicht unwesentliche Rolle. Um die Sowjetunion aus Afghanistan zu vertreiben, versorgte die USA in den 80er Jahren die Mujahedin, zu deren Mitkämpfern auch Bin Laden gehörte, mit Waffen, Logistik und Know-how. Diese Unterstützung der USA war keine einmalige Ausnahme, dahinter steht eine machtpolitische Logik. Diese ging schon immer über Leichen, und deren Opfer waren und sind in der Regel immer die unteren Bevölkerungsschichten. Auch diesmal werden die Leidtragenden in erster Linie hier zu finden sein. Ob in New York, Kabul oder Berlin.
Hierzulande werden die Toten der Anschläge vom 11. September als Rechtfertigung für den Ausbau eines autoritären Staates und einer verschärften sozialen Umverteilung von unten nach oben benutzt.
- Fluggesellschaften und Flugzeughersteller haben Entlassungen von mehreren zehntausenden Angestellten angekündigt. Während EU und die USA finanziellen Unterstützung signalisiert haben.
- Die Bundesregierung hat drei Milliarden für den Ausbau der "Sicherheitsorgane" bewilligt. Finanziert werden sollen sie durch eine Erhöhung der Tabak-und Versicherungssteuer, die alle gleichermaßen trifft, unabhängig von der Höhe des Einkommens.
- Das Asylrecht wird verschärft, insbesondere für Menschen aus so deklarierten arabischen Ländern.
- Der Datenschutz wird weiter eingeschränkt.
- Die Trennung von Polizei und Militär soll aufgehoben werden, indem polizeiliche Aufgaben ans Militär übertragen werden.
- Die Befugnisse der Geheimdienste und von Euro-Pol werden ausgeweitet. Dies sind die ersten Schritte, es werden weitere folgen. Um diese durchzusetzen, wird ein Bedrohungsszenario benötigt. Eine ohnehin voranschreitende Verschlechterung unserer Lebensbedingungen kann nun noch forciert werden. Denn nun scheint nicht mehr der Kapitalismus der naheliegenste Adressat für die Wut über diese zunehmende Ungerechtigkeit, sondern ein unbekannter Barbar.
Die Grenze soll zwischen der ersten und dritten Welt, nicht zwischen den Klassen verlaufen, obwohl sich der Gegensatz zwischen uns und den Herrschenden gerade jetzt verstärkt. Die jüngst erstarkte Kritik am globalen Kapitalismus wird Schwierigkeiten haben, ihre Position zu verteidigen. Sie hat schon jetzt an Aufmerksamkeit verloren.
Gerade jetzt ist diese Kritik allerdings nötig, um die Motivationen hinter diesem Konflikt zu erkennen und Strategien dagegen zu entwickeln. Auf die etablierten Gewerkschaften können wir dabei nicht zählen. Sie kommen über Schweigeminuten und Lippenbekenntnisse gegen einen Gegenschlag der NATO nicht hinaus. Streiks oder andere Aktionen sind von ihnen nicht zu erwarten, zu sehr sind sie selbst Teil dieses Systems der Ausbeutung und Unterdrückung.
Wir als ArbeiterInnen können nur auf uns selbst zählen, wenn wir ihnen eine entsprechende Antwort geben wollen. Selbstorganisiert. Klassenkämpferisch. Antikapitalistisch.
FAU -IAA HAMBURG
Weder euren Krieg noch euren Frieden!
NEIN ZUM RACHEFELDZUG - STOPPT DEN KRIEG!
In der aktuellen Krisensituation bedarf es keiner politischen und medialen Scharfmacher, Lichterkettenapostel und Dogmatiker aller Couleur, die ihre Wut und Empörung über den Terroranschlag in den USA am 11. September mit Schaum vor dem Maul in alle Welt hinausposaunen. Wir verurteilen den vorauseilenden Gehorsam der so genannten "freien Welt", die dem "Bösen" unverhohlen einen brutalen Rachefeldzug androht. Es ist eine christlich-fundamentalistische Rachejustiz, die im Gewand der "Guten des Abendlandes" ihre Bajonette wohl nicht nur gegen diverse islamische MorgenLänder wetzen und "Gewehr bei Fuß" alle Menschrechte in den Dreck eines langjährigen Krieges ziehen werden!
Als Freie Arbeiter-und ArbeiterInnen-Union verurteilen wir den Tod tausender Menschen, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Die Ursachen für derartige Amokläufe liegen in einer Weltordnung begründet, deren Machtgefüge von Gewaltverhältnissen aufrechterhalten wird. Ein Leben und Wirtschaften, das allein auf dem Prinzip der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht, zieht unweigerlich Nationalismus, Rassismus, religiösen und politischen Fanatismus nach sich. Wo das Gegeneinander höher bewertet wird als das Miteinander, wo der Stärkere stets gegenüber dem Schwachen gewinnt und Skrupellosigkeit den sichersten Weg zum Erfolg darstellt, finden Ideologien der Ausgrenzung, der Konkurrenz und gottgegebener / rassischer / geschlechtsspezifischer Ungleichheit fruchtbaren Boden.
Als Anarcho-SyndikalistInnen erstreben wir das Ziel einer freien Gesellschaft, die auf der freien Vereinbarung gleichberechtigter Menschen beruht, die ohne Staat, ohne Ausbeutung und ohne Militär ein friedliches Zusammenleben in gemeinschaftlicher Verantwortung wollen. Wie weit wir von diesem Ziel entfernt sind, zeigt der Massenmord von New York und Washington. Keine Spur von einem Innehalten, Nachdenken über die imperialistische Politik "unserer Freunde in Amerika", den USA. Warum keine Demonstrationen und Gedenkgottesdienste wegen der Opfer der US-amerikanischen oder russischen Politik in Lateinamerika oder Tschetschenien, keine Schweigeminuten für die Kriegsopfern in Asien, die Verhungernden in Afrika?
Die Rolle der Bundeswehr nimmt in den letzten Jahren eine schleichende Entwicklung von einer logistisch-humanitären Unterstützung in "Krisenregionen" hin zum bewaffneten Angriff. Deutschland baut damit seine außenpolitische Macht aus. Und die Rüstungsindustrie sichert sich damit ihre Profite.
Wir sagen Nein zu all den innenpolitischen Verschärfungen, den Einschränkungen der Grundrechte und zu den Kriegsszenarien, die die Herrschenden uns in ihrem "Heiligen Kreuzzug der Zivilisation gegen die Barbaren" abverlangen wollen. Die Barbarei beginnt nicht erst jetzt. Die kapitalistische Maßlosigkeit und Uneinsichtigkeit gegenüber dem Elend und der Not in vielen Teilen der Erde ist die wahre Barbarei! Die kapitalistische Globalisierung soll jetzt mit Kriegsgeheul bis in den letzten Winkel dieses Planeten durchgesetzt werden, Ausbeutung und Unterdrückung werden verschärft! Sie planen den Krieg zur Rettung ihrer Aktienkurse und zur Sicherung "ihrer" Rohstoffquellen. Ihr Dschihad ist derjenige der Götzenanbeter von Dollar und Profit gegen ökonomische Armut und politische Versklavung.
Wir sagen Nein zu kriegstreibenden Militärs, Politikern und Medien! Wir sagen Nein zum NATO-Kriegseinsatz, Soldaten sind Mörder! Wir kämpfen weiter gegen die Verschlechterung der Asyl-und Flüchtlingspolitik! Wir wollen weder Euren Krieg noch Euren Frieden!
Während in Deutschland die Kriegsgefahr durch Politiker heruntergespielt wird und gottesdienstähnliche Solidaritätskundgebungen mit "den Amerikanern" stattfinden, erklärte Innenminister Otto Schily den Krieg zum politischen Mittel: Man müsse sich auf Veränderungen einstellen. "Dabei könne es sein, dass man politische Ziele auch mit militärischen Mitteln zu erreichen versuche" (dpa, 14.9.). Wir klagen Schily wegen seiner "klammheimlichen Freude" an, die hinter dieser menschenverachtenden "Politik ist Krieg -Krieg ist Politik"-Haltung steht! Statt die Politik zu ändern, soll das Militär innen-wie außenpolitisch für Ruhe und Ordnung sorgen. Genua und Göteborg waren die Vorboten!
Nein zum Rachefeldzug - Stoppt den Krieg!
¡No a la campaña de venganza - Abajo la guerra!
No revenge -Stop the war!
SEKRETARIAT DER INTERNATIONALEN ARBEITER/INNEN ASSOZIATION (IAA)
I.W.A. secretariat statement
The United States and Great Britain are preparing a long-lasting war of 5 to 10 years against terrorism, as stated in The Times of September, 20. The plan is called "Noble Eagle" and contains all elements of the NATO's new strategic concept (which consists of) having mobile military units defending "Western" interests all around the globe and of having a "total defense" which closely vindicates and integrates political, economic and military interests.
Today, United States dominates the military, economic, technological and cultural world power, so we think it is important to analyze the economic interests behind the military action. The Secretariat of the IWA wrote the following on occasion of the 1 of May celebrations: "One of the USA principal objectives is to manipulate as well as to accommodate the countries that reach from the Baltic States, Poland, passing through Central and Eastern Europe, the Balkan region, Turkey, the Caspian Sea and the Caucasus, the former Soviet Republics, Central Asia to Xinjian and Tibet. This they do in order to reduce and undermine the European, Russian and Southeast Asian ambitions and to gain control of the vast natural and energy resources."
Just as the United States took advantage of Iraq's invasion in Kuwait to reach the secondary goal of placing US troops in Saudi Arabia, we must now look for the real motives when the US are going to seek revenge for the attacks of September 11.
In this context we must look at the UNOCAL company, based in California. This company has had contacts with the Taliban regime until recently, but it was not able to reach an agreement on a pipeline that should run from Turkmenistan through Afghanistan to India. This pipeline was to supply oil and gas to the growing energy market in Asia and would have put UNOCAL in a dominant position. One member of the board of directors of UNOCAL is the former Secretary of State Alexander Haig. Alexander Haig is also a member of Military Professional Resources Inc. (MPRI), a company created by American generals which were employed by Croatia in the Krajina attack against the Serbian troops in Western Bosnia and as advisors in Colombia.
It is very likely that the US military actions will back the US economic interests being the objective that of having Afghanistan dominated by the US and creating a stable and pro-US Pakistan. The development in Pakistan is vital: the traditionally pro-US military forces in Pakistan don't have any other option but to cooperate with the United Sates. They have also asked for the waiver of a substantial part of Pakistan's debt and for the end of all sanctions. An open US presence in Pakistan may cause a "fundamentalist" revolt in Pakistan and other countries in this region, especially in Tajikistan and could help the pro-Taliban forces to get access to nuclear weapons.
Russia, as the US, has an interest in fighting the "fundamentalists". In Chechenia, they took advantage of this fight, violating and assassinating people, only to obtain a strong position for Russian interests. Despite the promise of cooperation with the US, Russia is highly critical of the USA' growing presence in Central Asia. US soldiers have held exercises with troops from Kazakstan and Uzbekistan through the so-called "Peace Association". The Northern Alliance that fights the Talibans in Northern Afghanistan has been supported by Russia and Iran, but may now receive support from the US. A "new" Afghanistan may give the US a strong position in Central Asia and turn into a new challenge to Russia.
The world is now waiting for the next steps the US and the NATO will take as revenge for the terrorist attack of Tuesday, September 11. These attacks are, as Noam Chomsky has pointed out during an interview with Radio B92 in Belgrade, quite new in the world affairs, not for their dimension or nature, but for their objective. For the US, it is the first time since the War of 1812 that their territory has been attacked. Terror has now been globalized and extended to the US and may reach Europe. The leading countries in the European Union, with their centuries old tradition of violence, have joined forced with the US. On Thursday, September 20, the European Union decided in Brussels to take hard measures against terrorism. These laws, which will by applied in the different member countries, will be broadly formulated as to permit their usage against demonstrators, political strikes and, in general, against anyone who wants to change the political and economic order.
The Secretariat of the IWA therefore asks all IWA sections and all Friends of the IWA to exchange information and to conduct actions. Capitalism is a self-propelled machine that produces human and ecological misery, child exploitation, unemployment, fascism and wars. The IWA, as the follow-up organization of the First International, takes up its antimilitarist tradition, calls for a boycott of weapon production and proposes a general strike against the war.
Our response is not terror, but a coordinated and strengthened work for the self-emancipation of the workers!
IWA Secretariat, Oslo, Norway
WORKERS SOLIDARITY ALLIANCE (WSA),
Gegen den Wahnsinn.
Es ist eine Tragödie, dass in einer halb-wahnsinnigen und vollständig chaotischen Welt die Emotionen den Verstand überwältigt zu haben scheinen. Das Gute, die intelligente und humane Seite von Frauen und Männern wurde in einen Strudel von Lügen, Ignoranz und Grausamkeit gerissen, und viele derjenigen, die für die Freiheit und das Wohlergehen für alle Menschen kämpfen, sind entmutigt und ängstlich geworden. Dennoch bleibt die Hoffnung lebendig, solange wir einhalten, nachdenken, uns die entscheidenden Fragen stellen können und die beiden derzeitigen Alternativen nicht als die einzig möglichen akzeptieren.
Die Workers Solidarity Alliance (WSA) verurteilt die Angriffe auf das World Trade Center am 11. September 2001. Die WSA hat immer Angriffe auf Unschuldige und ArbeiterInnen verurteilt. Die tausende von ArbeiterInnen die hier in den USA getötet wurden --BüroarbeiterInnen, ArbeiterInnen bei den Fluggesellschaften, beim Bau und in der Gastronomie, Feuerwehrleute und Rettungskräfte - starben in einem schrecklichen Akt von Terror. ImmigrantInnen, farbige Gemeinschaften, das gesamte Netz, das die amerikanische Arbeiterklasse in ihrer Unterschiedlichkeit und Unabhängigkeit ausmacht, wurde angegriffen.
Es gibt echte und dringende Probleme für viele Menschen in der heutigen Welt, besonders dort, was für gewöhnlich der Mittlere Osten genannt wird. Viele leben in Hoffnungslosigkeit, Armut und sehen nicht die Geringste Möglichkeit für ein besseres Leben. Diejenigen aber, die durch diese unsinnige Tat getötet wurden, waren weder die Leute, die für diese Politik verantwortlich sind, noch wird ihr Tod irgend etwas an ihr ändern.
Nun werden die Kriegstrommeln laut gerührt, überall weht die Flagge und die Emotionen der Trauernden werden dem Schrei nach "Einheit der Nation" untergeordnet. Wir meinen, dass es genau dies ist, was uns das derzeitige Schlamassel erst beschert hat und dass es die Probleme nicht etwa lösen, sondern sie noch schlimmer machen wird. Nationalismus, Patriotismus, Militarismus, die Idee, dass irgendwie sowohl die Reichen als auch die Armen sich unter der gleichen Fahne wiederfinden könnten und deshalb die gleichen Interessen hätten, hat in der Geschichte zu unbeschreiblichen Tragödien geführt. Es sind nicht die Reichen und Mächtigen, die auf den Schlachtfeldern geopfert werden. Die Bosse werden dennoch den Staat, deren Interessen er dient, so wie sie es immer in der Geschichte getan haben, dazu aufrufen, dass die ArbeiterInnen sich ihren Interessen im Namen der "Einheit der Nation" unterordnen.
Ebenso wenig sind die namenlosen Unschuldigen und ArbeiterInnen in anderen Ländern, die niedergemetzelt werden, wenn die USA und ihre Alliierten ihre Kriegsmaschine von der Leine lassen, die Verantwortlichen dafür, was am 11. September geschehen ist. Die Menschen in Afghanistan leiden furchtbar unter dem Regime der Taliban, ebenso wie das diejenigen in der Region tun, die unter der Knute brutaler und unterdrückerischer Regimes leben. Sie zu töten nützt niemandem etwas, ebenso wenig wie der Terror hier irgend etwas dazu beiträgt, ihr Leben zu verbessern.
Man muss sich daran erinnern, dass die US-Regierung, die Organisationen, die sie nun zur Strecke will, finanziert hat und diese Gruppe im endlosen Spiel um die Macht in der Region manipuliert hat. Das ist im Grunde nichts Neues, die Regierung der USA ist, ebenso wie jede andere Regierung, von Beginn an Verursacher von Terror gewesen. Das begann mit dem Massaker an der amerikanischen Urbevölkerung, er setzte sich fort mit der Verschleppung von AfrikanerInnen zur Zwangsarbeit, der Unterdrückung und Ermordung von ArbeiterInnen, die gegen ihre Bosse kämpften, bis hin zu den jüngsten "Interventionen", in die der amerikanische Staat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war.
Die Herrschenden in Amerika stehen nicht alleine mit diesem gefährlichen Treiben. Die herrschenden Klassen, religiöse Fanatiker und Staaten werden, solange man ihnen erlaubt zu existieren, per Definition terroristisch sein. Aus diesem Grund können wir als ArbeiterInnen und BefürworterInnen eines radikalen sozialen Wandels weder für einen Krieg als Lösung der sinnlosen Angriffe in New York und anderswo sein, noch auf einen solchen vertrauen. Ebenso wenig wie der Erste Weltkrieg die Welt demokratischer gemacht und der Zweite Weltkrieg den Faschismus vom Angesicht dieses Planeten getilgt hat, wird der neue Krieg, der uns bevorsteht, den Terrorismus beenden. Stattdessen wird man uns unsere Söhne und Töchter stehlen, unsere Arbeitskraft wird für mörderische Spielzeuge verschwendet werden und am Ende wird die Welt kein besserer Platz sein.
Diejenigen, die Terror und Krieg beenden können, sind diejenigen, die gezwungen werden durch sie zu sterben oder für sie produzieren, die ArbeiterInnen-Klasse sowohl in den USA als auch in den "feindlichen" Ländern. Sogar mitten im Wahnsinn hören wir einige Stimmen, die nach einer neuen Friedensbewegung rufen. Ausgehend von den jüngsten Mobilisierungen gegen die Macht der Konzerne, muss sich diese Bewegung ausdehnen und, noch wichtiger, den ArbeiterInnen zuhören. ArbeiterInnen, die den Kampf für eine Gesellschaft ohne Bosse Ernst nehmen, dürfen nicht dem gegenwärtigen Hurrah-Patriotismus und dem Kriegsgeschrei verfallen. Der wahre Krieg für uns muss der Krieg zwischen den Klassen sein, nicht ein militärischer Konflikt. Angesichts der Stapel von Leichensäcken, die sich demnächst auftürmen werden, ist es Zeit, dass ArbeiterInnen und Anti-MilitaristInnen miteinander sprechen und in dem Versuch zusammenarbeiten, der irrsinnigen Hetze hin zu einer möglichen Zerstörung der Welt, Einhalt zu gebieten.
Als ArbeiterInnen und FriedensaktivistInnen müssen wir darin fortfahren, unsere internationalen Beziehungen und Kooperationen mit denjenigen, die für die Befreiung von der Angst, der Gewalt und der Unterdrückung kämpfen, auszubauen und nicht etwa, wie manche vorschlagen, mit lokalen Eliten und Möchtegern-Staaten. In der Zusammenarbeit, im gemeinsamen Widerstand, kann und wird die ArbeiterInnen-Klasse diesen Zyklus von Gewalt und Unterdrückung beenden.
Für die Freiheit, für den Frieden, für die Revolution!
LORENZO KOMBOA ERVIN
Nachricht an die Anti-Globalisierungsbewegung.
Vor einigen Tagen wurden 5000 Menschen durch einen mörderischen Anschlag getötet, der offensichtlich das Resultat vergangener Ereignisse im Mittleren Osten darstellt. Der Präsident der Vereinigten Staaten schreibt diese Tat korrekterweise "Kriegshandlungen" zu, erwähnt aber nicht, dass dieser Krieg bereits seit Jahren wütet. Genährt wird er durch die lang andauernde Unterstützung, die die Vereinigten Staaten Israel als ihrem militärischen Stellvertreter gewähren.
Die Vereinigten Staaten sind kein "friedliebendes Land", sie sind der weltgrößte Händler von militärischen Rüstungsgütern und haben ihre Hände bei den meisten kriegerischen Auseinandersetzungen rund um den Globus im Spiel.
Während aufgrund dieser Kriege weltweit Millionen umgekommen sind, starben nun in den USA Tausende, dies aufgrund der militärischen Praktiken der Regierung dieses Landes und nicht nur wegen einigen "verrückten Mullahs"-den jetzigen Sündenböcken-in Afghanistan, im Iran oder in Palästina.
Die USA sind die weltweit meistgehasste Kolonialmacht. Doch im Namen der kürzlich in den USA Getöteten plant der Präsident, was er einen "globalen Krieg gegen den Terrorismus" nennt. Dieser globale Krieg, basierend auf der neuen "Bush-Powell Interventions-Doktrin", wird es ihnen erlauben, eine Kriegskoalition der Westmächte zusammenzutrommeln, um in zahlreichen Ländern einzufallen, sie zu besetzen und zu zerstören, im Namen der Vergeltung und der Bekämpfung des Terrorismus. Präsident Bush erklärt, dass dieser Krieg Jahre währen würde, und dass er prinzipiell die Ermordung von Staatsoberhäuptern, mutmaßlichen Terroristen und Individuen oder Gruppen erlauben werde, welche auf der "anti-amerikanischen" Todesliste der CIA oder der Streitkräfte stehen. Dies ist staatlicher Terrorismus, wenn nicht gar imperialistische Aggression, auch wenn es als "nationale Verteidigung" verhüllt wird. Es könnte zu einem dritten Weltkrieg führen und muss bekämpft werden. Aber anstatt dieser neuen Bühne des kapitalistischen Militärs und der politischen Vorherrschaft Widerstand zu leisten, räumt die Anti-Globalisierungsbewegung das Feld. Sie trauert anstatt sich zu organisieren.
Die Bewegung für globale Gerechtigkeit (und andere Organisationen, aus denen sich die Bewegung zusammensetzt) verschoben kürzlich ihre Demonstrationen in Washington D.C. gegen den Internationalen Währungsfonds aufgrund der Anschläge vom 11. September. Es bleibt vollkommen unklar, ob sie in dieser Krisenperiode überhaupt etwas zu tun beabsichtigt, möglicherweise wird sie ihre Koalition sogar vollständig auflösen.
Selbst wenn der Terroranschlag in den USA der Beginn eines allumfassenden Krieges sein könnte, vertritt die Anti-Globalisierungsbewegung -eine Massenbewegung von Millionen und vermutlich die aktivste Anti-Kapitalismus Bewegung seit Jahrzehnten-eine Haltung der Neutralität, wenn nicht gar der völligen Abstinenz. Wie auch immer, wenn sie auch nur passiv Beistand leistet, könnten diese Ereignisse letzten Endes mit der Ermordung von Millionen enden, gar zum Gebrauch von nuklearen Waffen führen. Zudem wären die USA ja auch gegenüber einem weiteren Anschlag, bei dem sogar mehr Menschen als beim WTC getötet werden könnten, nicht immun. Wo hört dies auf? Bush zufolge: "Wenn wir sie hart genug treffen, werden sie aufgeben." Dies wird nicht geschehen.
Es kann keinen Frieden ohne soziale Gerechtigkeit geben, deshalb müssen wir uns diesem Krieg aus politischen und moralischen Gründen widersetzen. Weltweite Armut und rassistische/neokoloniale Unterdrückung sind die Wurzeln des Konflikts im Mittleren Osten und an vielen Orten auf der Welt. Dieselbe internationale Elite, welche die dritte Welt und arme Menschen im eigenen Land ausbeutet, ist auch diejenige, welche von einem Krieg profitieren würde. Sie verkauft und stellt die militärische Rüstungen her, sie zieht Profit aus dem "Defense Departement Government Contract" und sie unterhält die besten Beziehungen zur Wall Street. Der Internationale Währungsfonds und die Welthandelsorganisation und andere internationale kapitalistische Institutionen würden einen Krieg begrüßen. Sie trachten nach den Ölreserven des Mittleren Osten, welche ihnen gehören würden, vorausgesetzt, ihnen gelänge die Machtübernahme über die "aufdringlichen" arabischen nationalistischen Regierungen und die Menschen dieser Länder. Und sie können dies mit Leichtigkeit vollführen, wenn es ihnen gelingt, die Anti-Globalisierungsbewegung und andere internationale Bewegungen zum Schweigen zu bringen. Egal wie die Art und Weise des Krieges sein wird, klar ist, dass sich diese Bewegung nicht alleine gegen den internationalen Kapitalismus wehren kann, auch wenn diese Bedrohung "nur" von den USA auszugehen scheint.
Wir können die Welt nicht als Amerikaner sehen, sondern nur als Internationalisten. Es ist Rassismus und nationaler Chauvinismus, wenn man nur auf die amerikanischen Toten blickt und vom beständigen internationalen Massenmorden an Zivilisten absieht. Indem sie den rechtsstehenden Patriotismus nutzen, drängen uns US-Politiker in eine Katastrophe.
Die Aufgaben der Anarchisten, speziell in der Anti-Globalisierungsbewegung, muss der Aufbau einer Antikriegs-Bewegung sein, die weiteren militärischen Interventionen Widerstand leistet. Denn diese Vergeltungsmassnahmen dienen weder dem Wohl der US-Bürger noch dem Wohl des Rests der Welt, sondern der globalen Herrschaft.
Diese Anti-Kriegsbewegung muss begreifen, dass sie das Ende des internationalen Terrorismus verlangen muss, denjenigen der kleinen, inner-und nicht-staatlichen Widerstandsgruppen und denjenigen von Nationalstaaten. Sie muss ihre zahlenmäßige Stärke und die Möglichkeit weitere Geschehnisse zu verhindern nutzen, um einem 3. Weltkrieg entgegenzuwirken. Wenn einmal einige Jahre Krieg verstrichen sind, wird es keine Rolle mehr spielen, wer ihn gestartet hat, das Blut ziviler Opfer wird wie Wein oder Wasser fließen.
Wir müssen uns selber in Gefahr begeben, um diese Kriegs-Bereitschaft zu stoppen und weitere Attacken der Kriegshetzer auf beiden Seiten zu verhindern. Klar ist, dass die Anti-Globalisierungsbewegung die zahlenmäßige und organisatorische Stärke dazu hat, ein bedeutender Faktor im Aufbau einer internationalen Anti-Kriegsbewegung zu sein. Ob sie auch den politischen Willen dazu hat, ist freilich eine ganz andere Frage. Eines ist sicher: Was sie jetzt auch tun wird, sie hinterlässt ein Erbe, und die zukünftigen Opfer werden entweder ihre Untätigkeit verfluchen oder ihre Tapferkeit loben.
Vielen Dank an Taim für die deutschsprachige Übersetzung.
CNT -AIT GIPUZKOA
Der Krieg dringt ins Herz der Bestie vor.
Es heißt, wir sind im Krieg. Nur, dass wir noch nicht genau wissen, gegen wen. Was wiederum daran liegt, dass die von Bush und Schröder repräsentierten Regierungen der "zivilisierten Welt" so viele absolut unzivilisierte Taten in so vielen Teilen der Welt angeordnet oder unterstützt haben, dass ihnen die Feinde überall aus dem Boden wachsen. Allein der schwarze Monat September erinnert uns an viele traurige Tage, vom Staatsstreich in Chile bis hin zu den Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima - die barbarischsten Attacken des letzten Jahrhunderts nach dem Holocaust.
Aber diesmal ist es etwas anders, denn diesmal wurde das Herz der Bestie angegriffen und zwar so treu nach Hollywoodstil, dass einige von uns am Anfang dachten, es handele sich um einen Film -noch eindrucksvoller als das nächtliche Feuerwerk über Irak oder die Bomben, die große Teile von Belgrad in Schutt und Asche legten. Wieder ein vom Fernsehen übertragenes Massaker, nur dass diesmal das Drehbuch wahrscheinlich nicht von den westlichen Militärs geschrieben wurde. Wieder einmal viele, zu viele Opfer, Menschenleben -die Nationalität spielt keine Rolle, wenn sie von den Flammen verzehrt werden.
Schon wird deutlich wie die Propaganda desinformiert statt zu informieren, wie in jedem Krieg: was geschah wirklich mit dem Flugzeug von Pittsburg? Waren es die Passagiere, die versuchten, die Kontrolle wiederzuerlangen und somit zu Nationalhelden wurden, wie jetzt behauptet wird? Oder wurden sie doch einfach von den Kriegsflugzeugen der US Armee abgeschossen, wie es am Anfang hieß? Warum ließ sich die US Armee anscheinend vom Angriff so überraschen, wo doch die nordamerikanischen Stützpunkte (in Südspanien) schon Stunden vorher in Alarmbereitschaft waren? Sicherlich werden wir niemals den kompletten Film zu sehen bekommen, aber, um zu wissen, wer hinter einer bestimmten Sache steckt, braucht man sich nur zu fragen, wem sie nützt.
Der Massenmord von New York und der Angriff auf das Pentagon nützen sicherlich in keiner Weise den Afghanen und ihrem Land, in dem "jede Fabrik weniger wert ist als die Bombe, die sie zerstört", wie sie uns gerade erinnert haben. Sie nützen auch nicht den Menschen in Pakistan, deren Regierung den Haushalt dem Bau einer Atombombe gewidmet hat statt die Armut zu bekämpfen, wofür sie nun vielleicht teuer bezahlen müssen. Auch nicht den Palästinensern, die vielleicht nur Dank Arafats Blutspende nicht sofort ausradiert worden sind. Sie nützen keinem der Armen dieser Welt, denn nun wird es nicht mehr möglich sein, die Umleitung öffentlicher Mittel in den Militärhaushalt zu verhindern. Dies ist übrigens eine beliebte Formel, um die von Strukturkrisen gepeinigte kapitalistische Wirtschaft zu stimulieren, wenn sie keine Märkte mehr findet, auf denen sie ihre Produktion platzieren kann, weil sie den Menschen nicht den Lohn gibt, den sie benötigen, um eben diese Produkte zu kaufen.
Sie nützen auch nicht den Oppositionsbewegungen, uns, die wir eine bessere Welt fordern, denn diese Art von Vorgehen schafft nur Angst. Und die Angst führt dazu, dass sich die Menschen hinter die stellen, die sie angeblich beschützen: Panik bricht aus, es wächst die kollektive Psychose, die immer den großen kriegerischen Auseinandersetzungen vorausgegangen ist. Jede/r ist verdächtig, Teil des "internationalen Terrorismus" zu sein -je diffuser der Gegner, desto mehr passen in den Sack. Bald werden wir euro-amerikanische Schwadronen in irgendeinem beliebigen Winkel dieser Welt landen sehen, um ein "Widerstandsnest" zu "säubern", ohne dass sie irgendjemandem Rechenschaft ablegen müssten. Jetzt müssen wir widerstehen, mehr als jemals zuvor: wir müssen der Versuchung widerstehen, einem ganzen Volk die Taten einiger Weniger anzulasten, sei es nun die Regierung oder eine andere Gruppe. Wir müssen uns dem neuen Kreuzzug der "zivilisierten Welt" gegen die "Barbaren" widersetzen -dies ist nicht unser Krieg, widersetzen wir uns, solange es noch geht. Oder, wie uns jemand aus New York sagte:
"Wir verurteilen die Gewalt, sei sie nun vom Staat oder von der Religion abgesegnet... Während der Rauch und das patriotische Fieber die Lüfte füllen, während die Zahl der Toten ansteigt, hier und sicherlich auch in anderen Teilen der Welt, müssen wir Anarchosyndikalisten eine klare und eindeutige Position einnehmen. Es ist schwer, die Trauer der Familien zu sehen, wie es immer schwer war, diese Trauer zu sehen, aber hier, wie in den anderen Teilen der Welt, müssen wir weitermachen, um die Welt von den Übeln zu befreien, die solche Taten provozieren".
Über die Kämpfe spanischer ArbeiterInnen erfährst du mehr bei der CNT: www.cnt.es
CNT -AIT -SYNDICAT DE L'YONNE
Der 11. September
Bewaffnet mit Gott und mit Dollars, bewehrt mit schwülstiger Arroganz auf der einen und verzehrendem Ehrgeiz auf der anderen Seite, bekämpfen sich zwei größenwahnsinnige Clans auf Kosten der Menschen.
Die einen töten täglich durch Luftschläge, durch die organisierte Ausplünderung des Planeten, durch mörderische Blockaden: 300.000 Tote in Ex-Jugoslawien unter den Bomben der NATO, 200.000 Tote durch Medikamentenmangel im Irak, 30 Millionen HIV-Tote, weil die US-Pharmakonzerne niemanden ihre Vermarktungsrechte und Patente antasten lassen wollen, 40.000 Kinder, die täglich an Hunger und Krankheit sterben. All das ist ein Aufruf zum Hass, eine Einladung zur Barbarei.
Die anderen, Möchtegernpotentaten durch Petrodollars oder Diktatoren ohne Reich, nähren sich aus der Hoffnungslosigkeit der Unterdrückten, aus ihrem Elend und ihrem Leid und schmieden daraus ihre Selbstmord-Truppen, indem sie den Leuten das ewige Trugbild eines Paradieses, bewohnt von Toten, versprechen. Kapitalismus und Religion, das sind die beiden Gesichter der gleichen Herrschaft, begründet auf Ausbeutung, Unterwerfung und Terror. Tausende toter US-AmerikanerInnen antworten auf Millionen anderer Toter, im Namen der falschen Geschichten von Gott und der wahren Geschichten vom Dollar. Die Lobpreiser der Warenwelt haben vergessen, dass die Menschheit, die von dieser ausgehungert wird, an der sich diese satt frisst, die sie kauft oder verkauft wie es ihr beliebt, nicht ohne Würde und Hoffnung leben kann.