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Berichte über Demos, Aktionen und Veranstaltungen des A.M.S.E.L.

Flugblattaktion zum „global day of action against Starbucks“ in München

Heute fand in München, bei zwei Starbucks-Finialen, eine Flugblatt Aktion zum „globalen Aktionstag gegen Starbucks„ statt. Zwölf AktivistInnen des „Allgemeines Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhängiger„ verteilten und verklebten rund 200 Flugis bei den Filialen in der Leopoldstraße 56 und der Feilitzschstraße 6.

Zu Unserer Verwunderung kam bei beiden Filialen keine Polizei. Auch Kunden und Angestellte reagierten wenn nur mit Desinteresse. Einige begrüßten die Aktion aber auch. Wir hörten auch oft „Da geh ich sowieso nicht hin„.

In der Feilitzschstraße kam dann der Geschäftsführer auf Uns zu, und meinte das Flugblatt wäre komplett erlogen. Es würde sehr wohl eine gewerkschaftliche Organisierung in Deutschland bei Starbucks geben.
So hätte eine Berliner Filiale einen Betriebsrat. Das Gespräch endete mit dem Satz das Gewerkschaften aber auch ein Klotz am Bein sein können. Was Wir für eine hoch interessante Aussage eines Filialleiters halten.


Auch in Essen kam es zu einer Flugblattaktion zum „globalen Aktionstag gegen Starbucks„ von FAU AktivistInnen. Vor der Filiale am Theaterplatz wurden 200 Flugblätter verteilt, um auf die Situation der GewerkschafterInnen bei Starbucks in den USA aufmerksam zu machen. Schon seit dem ersten Aufruf zu Protesten vom 29. Juli 2006 beteiligte sich die FAU an Protestaktionen gegen Starbucks. So kam es in den Monaten August und Oktober zu Protestaktionen in Potsdam, Bonn und Düsseldorf.

Fotos:


Geklebtes Flugblatt in der Leopoldstraße


Geklebtes Flugblatt in der Feilitzschstraße


Gespräch mit dem Geschäftsführer


AktivistInnen verteilen Flugblätter in der Leopoldstraße


AktivistInnen vor dem Starbucks in der Leopoldstraße


AktivistInnen vor dem Starbucks in der Feilitzschstraße

Das Flugblatt:

Flugblatt-Aktion des

Allgemeines Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhängiger
im Rahmen des

von der „Starbucks ArbeiterInnen Union“ („Starbucks Workers Union“ aus den USA)

Starbucks MitarbeiterInnen fordern das Recht sich gewerkschaftlich zu organisieren!
Erklärt euch am 24 . und 25. November solidarisch mit den Starbucks ArbeiterInnen die eine Ende der anti-gewerkschaftlichen Kampagne geführt von Starbucks und eine Wiedereinstellung der ungesetzlich entlassenen ArbeiterInnen fordern. Zusätzlich fordern Wir dass Starbucks Äthiopien die Kontrolle über seinen Kaffee übergibt.

Starbucks ArbeiterInnen in aller Welt organisieren sich gewerkschaftlich, um ihre Jobs zu verbessern und endlich eine unabhängige Stimme im Betrieb zu haben. Eine kräftige Stimme, der die Starbucks ManagerInnen und die gesamten Firma zuhören muss, ob sie wollen oder nicht.
Durch das organisieren einer Baristas Gewerkschaft in New York und Chicago sahen die ArbeiterInnen von Starbucks eine Steigerung ihrer Löhne, stabile Arbeitszeiten und Respekt vom Chef. Dennoch reagierte Starbucks in den letzten beiden Jahren auf gewerkschaftliche Organisierung von ArbeiterInnen mit Belästigung, Einschüchterung und illegalen Entlassungen. Eine Erlassung eines „National Labor Relations Board„s trat im März 2006 in Kraft, die die Entlassung der ArbeiterInnen rückgängig machte und Starbucks dazu zwang Löhne nachzuzahlen und seine diskriminierende Gewerkschaftspolitik zu ändern.
Die Erlassung trug wenig dazu bei, die anti-gewerkschaftliche Kampagne zu stoppen und die fünf ArbeiterInnen, die seit Dezember 2005 in New York illegalerweise gefeuert wurden, weil sie sich an vom Grundgesetz geschützter Gewerkschaftsaktivität beteiligten, wieder einzustellen.

Deshalb rufen die IWW Starbucks ArbeiterInnen Union zu Aktionen auf. Am 24. und 25. November finden Aktionen von Gewerkschaftsmitgliedern und UnterstützerInnen, wie Uns, statt um die Wiedereinstellung der fünf entlassenen ArbeiterInnen und einen Verzicht auf die anti-gewerkschaftliche Kampagne zu fordern.

Wir fordern, zusammen mit der IWW Starbucks ArbeiterInnen Union, dass Starbucks eine Vereinbarung unterzeichnet, die Äthiopiens Besitzrechte an ihren Kaffee Markennamen anerkennt. Die Rechte an Markennamen wie Sidamo, Harar und Yirgacheffe würden es der äthiopischen Kaffeeindustrie und FarmerInnen ermöglichen $88 Millionen pro Jahr extra zu verdienen.

*Kaffee macht bis zu 40-50% des äthiopischen Exporteinkommens aus*
*15 Millionen ÄthiopierInnen sind auf den Kaffeehandel angewiesen*
*einer von vier Menschen lebt mit weniger als einem US-Dollar am Tag und 80% der Menschen in Äthiopien müssen mit nur zwei US-Dollar pro Tag auskommen*
*Äthiopien rangiert auf Platz 10 des UN Entwicklungsindex bei Einkommen, Gesundheit und Bildung*

Wenn Starbucks aufrichtig ist in seiner Verpflichtung für die FarmerInnen, wird das Unternehmen die Lizenzvereinbarung die Äthiopien angeboten hat, unterzeichnen und um den Forderungen Nachdruck zu gebieten, halten Sie heute diesen Flugblatt in der Hand (bzw. lesen es im Internet).



Was ist das
Allgemeine Münchner Syndikat Erwerbsloser & Lohnabhängiger
(A.M.S.E.L.) ?

Das A.M.S.E.L. ist eine selbstständige Gewerkschaftsgruppe in der anarchistischen Gewerkschaft FAU „Freie ArbeiterInnen Union“ (www.fau.org). Wir organisieren Uns selbst und verzichten auf GewerkschaftsfunktionärInnen, die nicht nur einmal die Interessen der ArbeiterInnen übergangen haben und so den UnternehmerInnen in die Hand gespielt haben. Wir halten eine lokale Autonomie und eine Hierarchie von unten nach oben für den richtigen Weg im Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen sowie eine gerechtere Welt und für eine soziale Revolution.

Warum unterstützt ihr Forderungen von Menschen in Amerika und Afrika?
Wir halten viel von der Solidarität der Menschen die nur ihre Arbeitskraft haben, die sie vermarkten müssen, um ihr Überleben zu sichern. Wir unterstützen die ArbeiterInnen bei Starbucks, weil sie sich mit den selben Prinzipien gewerkschaftlich organisieren wie Wir, und auch den Anspruch haben, eine gesellschaftliche Veränderung zu erwirken. Wir erklären Uns ebenfalls solidarisch mit den KaffeearbeiterInnen in Äthiopien die genauso wie Wir, eine faire Entlohnung für Arbeit fordern.

Lassen Wir Uns nicht länger gegeneinander ausspielen, Wir sind nicht die bemitleidenswerte Unterschicht, sondern die ArbeiterInnenklasse die alle Räder dieser Welt am laufen hält, während sich profitorientierte KapitalistInnen die Taschen mit den Früchten unserer Arbeit vollstopfen. Während Wir schlechtes Genfood essen müssen, weil Wir es Uns nicht besser leisten können, diniert die Bourgeoisie mit edlen Bio-Produkten.

Wir fordern für die Zukunft eine Selbstorganisation der Produktion durch die KonsumentInnen und selbstverwaltete Betriebe ohne schmarotzender Führungsclique und heute schon ein radikaleres Eintreten für Unsere Rechte.



Freie ArbeiterInnen Union
www.fau.org
Allgemeines Münchner Syndikat
Erwerbsloser & Lohnabhängiger
www.fau-amsel.info.ms

Amerikanische Starbucks Gewerkschaft
www.starbucksunion.org
Industrial Workers of the World
Sektion München
http://www.wobblies.de/?cat=19